An dem Energieeffizienzgesetz (EEffG) wird nunmehr seit über zweieinhalb Jahren gearbeitet. Während der Ministerrat am Mittwoch vergangener Woche die Regierungsvorlage des Bundes-Energieeffizienzgesetzes beschloss, wurden ein paar hundert Meter weiter, im Rahmen des denkstatt THINKdenk, die wirtschaftsnahen Punkte des EEffG einer Gruppe interessierter ZuhörerInnen vorgestellt und diskutiert.

 

Inhalte und Reaktionen auf den neuen Entwurf des EEffG

Dr. Florian Haas, wesentlicher Verfasser des EEffG und Rechtsexperte im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, arbeitete in seiner Präsentation neben den strategischen Maßnahmen und Verpflichtungen des Gesetzes auch die fünf wesentlichen Unterschiede im Vergleich zur letzten Regierungsvorlage heraus.

So wird in der neuen Fassung der Verpflichtungszeitraum des Gesetzes von 2014 auf 2015 nach hinten verschoben, und die Bedingungen für kleine Energielieferanten werden näher definiert. Für beide Punkte gilt, dass die Vorgaben dennoch flexibel durch eine Verordnungsermächtigung adaptiert werden können. Des Weiteren wurden Änderungen in Bezug auf die Abgrenzung der erneuerbaren Energien, die Administration und Verwaltungstrafen angeführt.

Die wichtigsten Themen und Fragen aus dem Publikum drehten sich um anrechenbare Maßnahmen aus der Vergangenheit, die Messung von Energieeffizienz, den Begriff des Energielieferanten, die nationale Monitoringstelle, die dynamischen Anpassungen der Ziele sowie um Übergangsbestimmungen. Auch Sonderfälle wie die energetische Verwertung von Abfällen in der Zementindustrie wurden zur Sprache gebracht.

Polarisierendes Thema war zweifelsohne auch die Regelung von Strafzahlungen, die nunmehr mit bis zu 12,2 Cent/kWh gedeckelt und – wie im ElWOG – mit einem Höchst- betrag von maximal 100.000 Euro versehen sind. Umstritten war bei den Anwesenden auch, dass die Strafzahlungen weder zweckgewidmet noch schuldbefreiend sind. Das bedeutet für ein Unternehmen, dass es trotz der Bezahlung immer noch die geforderten Maßnahmen setzen muss.

 

Der Weg vom Energieversorger zum Dienstleister

In diesem Diskussionsblock wurden die Erfahrungen eines Energieversorgers mit der Vorbereitung auf das Gesetz vorgestellt. „Das Gesetz ist für einen Energieversorger her- ausfordernd, aber wir etablierten ein Clusterkooperationsprojekt mit first movern, um uns an die Materie heranzutasten. Diese erste Runde war sehr erfolgreich, wobei die Unterstützung von profunden Partnern wie der denkstatt enorm hilfreich war“, so Mag. Ing. Bernd Freisais – Geschäftsführer der Linz-Energie-Service GmbH. Um längerfristig Gewinne zu erzielen ist es daher wichtig, bestehende Geschäftsmodelle zu ändern. Endete die Kundenbeziehung für die Energieversorger einst beim Zähler, so wird jetzt darauf gesetzt, direkt in die Betriebe hineinzugehen, um mit smarten Produkten und langfristigen Kundenbeziehungen neue Deckungsbeiträge zu lukrieren.

 

Insgesamt hat sich auf dem gut besuchten denkstatt THINKdenk gezeigt, dass die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in Industriebetrieben einen zusätzlichen Anreiz braucht. Strafzahlungen wirken nur bedingt und werden vom Gesetzgeber auch nicht als strukturell verändernde Maßnahme gesehen. Wichtig ist jedoch, dass etwas auf dem Gebiet der Energieeffizienz passiert und dass jedes Unternehmen seine passenden Maß- nahmen zur Erfüllung findet.

„In unserer Arbeit mit den Vorreitern konnten wir sehen, dass erst bei der Untersuchung im Detail essentielle Erkenntnisse gewonnen werden können. Es ist wichtig zu verstehen, wie der Markt sich verändert, und welche Dienstleistungen demnach adaptiert werden müssen und welche nicht“, meinte abschließend denkstatt-Geschäftsführer DI Dr. Christian Plas.

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