Viele Industriebetriebe haben bereits erfolgreich soziale und ökologische Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingeführt und zeigen damit, wie Produktionsprozesse auch betriebswirtschaftlich optimiert werden können.

 

Auf langfristige und dezentrale Kreisläufe setzen

Nach Club of Rome Mitglied Walter R. Stahel liegt das Grundproblem unserer heutigen Produktionsweise aber darin, dass die Produzentenverantwortung fast immer mit der Übergabe an die KundInnen endet: „Zuvor bemühen wir uns um höchste Ressourceneffizienz, danach ist praktisch alles egal und das Produkt kann einfach Abfall werden“. In seiner Rede beim Zukunftslabor zeigte Stahel alternative Wege auf und nannte programmierbare Chips, die weiter verwendet werden könnten, als ein Beispiel. Überhaupt ist Stahel überzeugt: „Ressourcensicherheit lässt sich durch ein von Umweltgesetzen angetriebenes Wirtschaften in Kreisläufen verbunden mit einer intelligenten Dezentralisierung erreichen“. Dazu müsse aber das Steuersystem massiv umgebaut werden. Stahel plädierte für eine komplette Abschaffung der Lohnsteuer. Ressourcenbesteuerung solle an deren Stelle treten. Als weiteren Weg für mehr Ressourceneffizienz nennt Stahel langfristig angelegte Geschäftsmodelle wie den Bau der Autobahnbrücke Le Viaduc de Millau in Südfrankreich: im Rahmen eines 78-Jahr-Vertrages entworfen, finanziert und gebaut, müsse sie vom Investor bis 2079 betrieben und bis 2121 instand gehalten werden. Eine solche Zeitspanne zwinge zu einer nachhaltigen Planung verbunden mit einem nachhaltigen Einsatz von Ressourcen.

 

Durch Bakterien geht ein Licht auf

Ein weiteres zentrales Thema des Zukunftslabors war „Nachhaltiges Produktdesign“. Sascha Peters, Gründer der Technologie- und Material Agentur HAUTE INNOVATION, sieht im Einsatz alternativer und biobasierter Technologien einen wichtigen Beitrag zu einer Erdöl unabhängigen Wirtschaft. Peters stellte am Zukunftslabor eine Vielzahl kurioser Prototypen vor, wie durch solarbetriebene Laser-Versinterung hergestellte Gefäße aus Wüstensand, Biokunststoff aus natürlich verklebten Fischschuppen und Beleuchtung, die sich die Biolumineszenz von Bakterien zunutze macht. Angewandte Trends in der Gestaltung nachhaltiger Produkte zeigt Peters anhand von erstaunlichen Beispielen wie dem sustainable energy floor in Tanzlokalen und Fußballstadien, der bei jedem Schritt Energie erzeugt, oder dem Coubon-Tisch, einer 36 mm dicken Bambusplatte, die die gleiche Stärke wie 6 mm dickes Stahlblech aufweist.

 

Industrie bereit für Veränderungen

Wie wichtig das Thema Rohstoffe und ihr nachhaltiger Einsatz für die Wirtschaft ist, zeigte auch die Teilnahme führender Industrieunternehmen. Von AT&S über Kapsch bis hin zu Wienerberger zeigten sich die Verantwortlichen der heimischen Wirtschaftselite vom Handlungsbedarf in Bezug auf nachhaltige Produktentwicklung überzeugt. Das Zukunftslabor ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

 

Weitere Informationen unter www.eventmaker.at/zukunftslabor

 

Sie haben Fragen zu diesem Thema? Bitte wenden Sie sich an Henriette Gupfingerhenriette.gupfinger#KUKAC#denkstatt.at

 

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