Neulich wurde im Konferenzraum eine Liste herumgereicht, die Auswahl des Mittagessens stand an. Nach einem Blick auf den Speiseplan und leicht skeptischen Nachfragen bei meinem Sitznachbarn war es klar: Beim „Knurrhahn in was auch immer“ handelte es sich tatsächlich um einen Fisch!

Diese Erkenntnis brachte mich zu der Überlegung, was ich sonst so alles nicht über mein Mittagessen weiß? Ganz „denkstätter“, fing ich an zu grübeln: Wieviel Kunststoff steckt eigentlich in diesem Fisch? Wie kommt er dorthin? Und für mich noch viel interessanter: Wie kann man das verhindern?

Jedes Jahr landen bis zu 12,7 t Kunststoff im Meer[1], achtlos entsorgt, hineingewaschen durch Flüsse oder einfach direkt aus der Luft. Man stelle sich diese Menge so vor: Jede Minute wird eine volle LKW-Ladung Kunststoffabfall ins Meer gekippt!

Dort werden die Kunststoffabfälle durch Sonneneinstrahlung, Wasser und Reibung zu kleineren Teilchen aufgebrochen, die dann von Algen und Mikroben besiedelt, absinken.

Nur 0,5 % des Kunststoffs schwimmt somit an der Oberfläche[2], die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs. Der Rest, schwebt im Wasserkörper oder sinkt auf den Grund und geht zum Teil in die Nahrungskette, unseren Knurrhahn, über. Damit ist das Säubern von Stränden oder Abschöpfen an der Meeresoberfläche nur sehr bedingt wirksam und eine tatsächliche Lösung kann nur sein, den Kunststoffabfall von unseren Meeren fern zu halten.

Einmal in unsere Umwelt gebracht finden wir Kunststoffteilchen nicht nur in der Nahrung wieder. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass jährlich bis zu 10 t Kunststoff aus der Luft auf Paris niedergehen[3]. In einer anderen globalen Studie wurden in 83% von Trinkwasserproben Kunststoffteilchen gefunden. In Europa waren 72 % der Proben betroffen.[4] Es ist allerhöchste Zeit zu handeln.

Kunststoff ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, aber muss er deshalb auch überall sein? Politik, Konsumenten und Unternehmen werden sich dieser Problematik und Ihrer Verantwortung bewusst. Wir helfen Ihnen Zusammenhänge zu verstehen, innovative Lösungen zu entwickeln und Konzepte zur Vermeidung von Abfall zu implementieren. Interessiert?

Schreiben Sie Florian Krautzer ein Mail.

[1] http://science.sciencemag.org/content/347/6223/768

[2] http://www.grida.no/resources/6907

[3] https://hal-enpc.archives-ouvertes.fr/hal-01150549v1

[4] https://orbmedia.org/stories/Invisibles_plastics

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